Ein IT-Leiter hatte für die Automatisierung der Regression 30 Projekttage veranschlagt. Nach 45 Projekttagen lief die Hälfte der Tests, und der externe Dienstleister meldete weiteren Bedarf. Niemand hatte gelogen. Es gab nur keine verbindliche Aussage darüber, was am Ende geliefert sein würde. Der IT-Leiter zahlte für Aufwand, nicht für Ergebnis, und das Budget war längst gerissen, bevor der erste vollständige Testlauf stand.
Diese Erfahrung ist der Grund, warum immer mehr Entscheider beim Testen nach Festpreis fragen. Dieser Beitrag erklärt, warum der Tagessatz beim Testen zum Risiko wird, wie ein seriöser Festpreis zustande kommt und woran Sie einen belastbaren Festpreis von einem geschönten unterscheiden.
Inhaltsverzeichnis
Das Problem mit dem Tagessatz-Modell
Beim Tagessatz kaufen Sie Zeit, kein Ergebnis. Solange der Umfang einer Aufgabe klar ist, funktioniert das. Bei Testautomatisierung ist der Umfang zu Beginn aber selten klar: Wie brüchig ist die bestehende Anwendung? Wie viele Testfälle sind wirklich nötig? Wie stabil ist die Testumgebung? Jede dieser Unbekannten verlängert das Projekt.
Das Risiko liegt damit vollständig beim Kunden. Läuft das Projekt länger, zahlen Sie mehr. Der Dienstleister hat keinen wirtschaftlichen Anreiz, schneller fertig zu werden. Das ist kein böser Wille, sondern eine Frage des Modells.
Was ein Festpreis wirklich bedeutet
Beim Festpreis dreht sich das Risiko um. Sie kaufen ein definiertes Ergebnis, und der Dienstleister steht dafür ein. Läuft die Umsetzung länger als kalkuliert, ist das sein Problem, nicht Ihres. Genau diese Risikoverlagerung ist der eigentliche Wert des Festpreises, nicht nur die Zahl auf dem Angebot.
Damit das funktioniert, muss der Dienstleister wissen, worauf er sich einlässt. Ein seriöser Festpreis entsteht deshalb nicht aus einer Schätzung ins Blaue, sondern aus einer vorgelagerten Analyse.
Wie ein seriöser Festpreis zustande kommt
Ein belastbarer Festpreis für Testautomatisierung folgt in der Regel einem zweistufigen Weg:
Schritt 1: Teststrategie und Maßnahmenkatalog. Zuerst wird die Ausgangslage aufgenommen: Reifegrad, Testlandschaft, Risiken, Toolchain. Daraus entsteht ein Maßnahmenkatalog, der den Umfang konkret macht. Diese Phase lässt sich selbst zum Festpreis erstellen: unser Paket Teststrategie liefert sie in vier Wochen, üblich ist hier eine Spanne ab etwa 16.000 Euro. Wie Sie eine solche Strategie aufbauen, zeigt der Leitfaden Teststrategie erstellen.
Schritt 2: Umsetzung als Werkleistung. Auf Basis des Maßnahmenkatalogs ist der Umfang bekannt. Jetzt kann der Dienstleister die Umsetzung seriös zum Festpreis anbieten, weil die Unbekannten aus Schritt 1 geklärt sind.
Der Vorteil: Sie entscheiden nach Schritt 1, ob und wie es weitergeht. Der Maßnahmenkatalog ist die Entscheidungsgrundlage, kein Vorvertrag. So vermeiden Sie den Tagessatz-Blindflug, ohne sich vorab an die volle Umsetzung zu binden.
Was Festpreis nicht heißt
Ein Festpreis ist kein Pauschalpreis für einen unklaren Auftrag. Wer Ihnen ohne jede Analyse eine feste Summe für die volle Automatisierung nennt, kalkuliert entweder einen hohen Risikoaufschlag ein oder wird später nachverhandeln. Beides ist für Sie teuer.
Seriös ist der Festpreis dort, wo der Umfang vorher geklärt wurde. Deshalb steht die Teststrategie am Anfang, nicht das fertige Umsetzungsangebot. Ein Anbieter, der zuerst verstehen will und dann einen Preis nennt, schützt damit auch Sie.
Fazit
Der Festpreis ist kein Rabatt und kein Marketingwort, sondern eine Verlagerung des Aufwandsrisikos vom Kunden zum Dienstleister. Damit er hält, braucht er eine vorgelagerte Analyse: erst die Teststrategie, die den Umfang klärt, dann die Umsetzung als Werkleistung. So wird aus offenen Projekttagen ein planbares Ergebnis.
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Telefon-Termin vereinbarenHäufige Fragen
Was kostet Testautomatisierung?
Das hängt vom Umfang ab, der zu Beginn meist unklar ist. Seriös wird die Frage zweistufig beantwortet: zuerst eine Teststrategie zum Festpreis, die den Umfang klärt (üblich ab etwa 16.000 Euro für vier Wochen), dann die Umsetzung als Werkleistung zum Festpreis auf dieser Basis.
Festpreis oder Tagessatz bei Testautomatisierung?
Der Festpreis verlagert das Aufwandsrisiko vom Kunden zum Dienstleister und gibt Budgetsicherheit. Der Tagessatz lässt das Risiko beim Kunden. Für Vorhaben mit anfangs unklarem Umfang ist der Festpreis das risikoärmere Modell, sofern eine Analyse vorausgeht.
Wie wird ein Festpreis für Testautomatisierung kalkuliert?
Auf Basis eines Maßnahmenkatalogs, der aus einer vorgelagerten Teststrategie entsteht. Erst wenn Reifegrad, Risiken und Umfang bekannt sind, lässt sich ein belastbarer Festpreis nennen.
Was passiert, wenn sich der Umfang während der Umsetzung ändert?
Bei sauberer Werkleistung ist der Lieferumfang vorab definiert. Echte Änderungen am Scope werden als separate Vereinbarung behandelt, nicht stillschweigend über zusätzliche Projekttage abgerechnet. Das hält den ursprünglichen Festpreis verlässlich.