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Erfahrungsbericht "German Testing Days" 2020

German Testing Day 2020 - Konferenz zu Softwarequalität
Lesedauer: 3 Minuten

Die „German Testing Days“ fanden im September 2020 zum ersten Mal als reine Onlinekonferenz statt. Die Konferenzbeiträge wurden in drei parallelen Tracks präsentiert.

Besuchte Vorträge - Tag 1

In der Keynote „Delivery is still all about people“ von Lindsay Uittenbogaard am 1. Konferenztag ging es um Verständigungsprobleme im Team auf Grund unterschiedlicher Perspektiven der Beteiligten und Möglichkeiten, diese durch ein Team Alignment zu verringern.

Auch im Vortrag von Michael Mahlberg zu Continuous Delivery standen die Menschen im Vordergrund: die Toolseite alleine kann die Funktionsfähigkeit von Continuous Delivery nicht garantieren. Mahlberg zeigte Kriterien für geeignete Integrationszeitpunkte auf und stellte die Verantwortlichkeit der Featureentwickler für eine gelungene Integration heraus.

Im Mittelpunkt der Präsentation von Stephan Schramm stand das Testen in der CI/CD-Pipeline eines Unternehmens der Automobilbranche. Auf Basis eines praxiserprobten Testarchitekturmodells wurden im dargestellten Projekt für jede Teststufe Testfälle entwickelt, automatisiert und in Pipelines ausgeführt. Neben der Vorstellung des Prozesses stellte Schramm auch Metriken vor, insbesondere zum prozentualen Automatisierungsanteil jeder einzelnen Teststufe.

Mit dem QA Navigation Board gibt es ein Visualisierungsmittel für die QA-Strategie in agilen Teams. Kay Grebenstein stellte dar, wie sich über Anti-Patterns Handlungsempfehlungen aus den dokumentierten Konstellationen von QA Navigation Boards ableiten lassen.

Bastian Baumgartner und Katja Meyer beschrieben in „Testmaster“ eine Rolle, die bei Projekten mit mehr als 5 Scrum-Teams Vorteile bringt für die teamübergreifende Testkoordination. Die Rolle Testmaster wurde explizit von der Rolle Testmanager abgegrenzt. Auf Basis einer Umfrage mit ca. 500 Teilnehmern wurde der Handlungsraum für die Rolle abgesteckt, wobei die Referenten detaillierter auf seine Aufgaben im übergreifenden Fehlermanagement und beim Management von Testumgebungen eingingen.

Für die Selbstorganisation agiler Teams ist die Bildung einer Testgilde vorteilhaft. Gründungsgesichtspunkte, Zusammensetzung und Aufgaben einer Testgilde wurden von Gerhard Haupt dargestellt.

Besuchte Vorträge - Tag 2

Politische und ethische Aspekte von Technologie als Handlungsfelder standen zu Beginn des 2. Konferenztags im Mittelpunkt der Keynote „Ethical Tech“ von Cennydd Bowles. Die Situation von „Ethical Tech“ innerhalb von Technologie-Konzernen und bei Technologienutzern wurde vorgestellt. Ethische Gesichtspunkte beim Einsatz von Informationstechnologien sollten nach Meinung des Referenten künftig das Handeln der Tech-Konzerne stärker bestimmen. Auch bei der QA von Software sollten die Aspekte von „Ethical Tech“ berücksichtigt werden.

In „Jirautomatic“ zeigten Markus Duus und Roelof Meyer, wie das Process Automation Tool Servicetrace mit dem Testmanagementtool XRay für Jira integriert werden kann. Wesentliches Ziel dieser Integration ist es, die Ergebnisse der automatisierten Testausführung mit den übrigen Artefakten in Jira zusammen zu führen.

Im Vortrag „Spock und AsciiDoc“ stellten Christian Fischer und Ralf Müller vor, wie Testgerüste mit Specflow generiert und aus den erstellten Testfällen mit AsciiDoc eine spezifikationsähnliche Dokumentation abgeleitet werden kann. Umgekehrt zeigten sie auch auf, wie aus AsciiDoc Spezifikationen Tests generiert werden können.

Unter dem Titel „OWASP Top 10“ stellte Frank Ully das Thema Security in den Vordergrund. OWASP steht für „Open Web Application Security Project“. Der Referent stellte die 10 wichtigsten Bedrohungsarten der OWASP kurz vor und zeigte Wege auf, wie den einzelnen Bedrohungen zu begegnen ist.

In der Präsentation von Andreas Rau ging es um themenorientiertes Testen. Zusammenhänge zwischen Webelementen und deren Nutzung in einem bestimmten Kontext werden dabei mit maschinellem Lernen erschlossen. Im Zielbild des Referenten stand das geräte- und anwendungsunabhängige Ausfüllen von Webformularen im Rahmen von Tests, wobei er das Vorgehen beispielhaft am Test eines Kreditkartenantrags demonstrierte.

Alexander Käsbohrer und Steve Barreto präsentierten die Herausforderungen der Testautomatisierung und stellten die Vorteile des Einsatzes der Produkte der Firma Eggplant dar.

Weitere Vorträge

Nicht von mir besucht, aber sicherlich von Interesse waren Vorträge zu modell-basiertem Testen, Crowd Testing, Compatibility Testing of Microservices, Fuzz Testing, sowie zum Testen von Testinfrastruktur, von APIs und von neuronalen Netzen. Testcontainer mit Docker konnten von Konferenzteilnehmern sogar praktisch erprobt werden.

Entwicklungsnah wurden Unit Tests, TDD sowie Möglichkeiten zur Generierung von Unittests behandelt. Competitive Pair Programming und das Mocken von APIs wurden ergänzend beleuchtet.

Nicht unbeachtet blieben Möglichkeiten von Text Analytics für die QS von Tests, sowie Einsatzerfahrungen mit der Test Gap Analyse.

Die Rolle von Testern im agilen Team war Gegenstand von drei Vorträgen. „Quality Titans“ helfen, die Qualitätsperspektive bei allen Beteiligten im Softwareentwicklungsprozess zu verankern.

Als Randthema wurden auch Werkverträge für den Test behandelt.

Besonderheiten des Onlineformats

Bis auf Einzelfälle haben Technik und Organisation gut geklappt.

Nach den Vorträgen gab es Gelegenheit in sogenannten Coffee Lounges Fragerunden fortzusetzen. An beiden Konferenztagen konnte jeweils ein Vortrag um die Mittagszeit in einer Networking Lounge fortgesetzt werden. Die Teilnehmer hatten in diesem Format die Gelegenheit, sich in Wort und Bild in die Diskussion einzubringen.F

Für die Vorträge wurden zwei technische Formate eingesetzt, wobei es nur bei einem der Formate möglich war, die anderen Vortragsbesucher und deren Chatbeiträge einzusehen.

Alle Vorträge wurden aufgezeichnet und so ist es möglich, sich zumindest im Nachhinein die Vorträge anzusehen, an denen man auf Grund der Parallelität nicht teilnehmen konnte.

Fazit

Die Konferenz brachte ein breites Spektrum an Testthemen, wobei die Schwerpunkte auf Testmethodik und Teamaspekten lag, während Testautomatisierung eher am Rande behandelt wurde. Auch wenn der persönliche Austausch nur eingeschränkt möglich war, hat sich aus meiner Sicht das Onlineformat der German Testing Days bewährt.

21. September 2020

Über den Autor

Bild des Benutzers Markus Thaler
Senior Testmanager, Testarchitekt
Markus Thaler war 22 Jahre in der Commerzbank tätig, wo er sich mehr als 10 Jahre um Teststandards, Testwerkzeuge und Testautomatisierung in einer zentralen Funktion gekümmert hat, bevor er nach einer Zwischenstation im Testinfrastrukturmanagement acht Jahre als Testmanager in der Risikofunktion der Commerzbank gewirkt hat. Vor der Commerzbank konnte er Testerfahrungen bei Lufthansa, Siemens, Nestle und der DZ-Bank gewinnen. Aktuell ist er als Senior Testmanager und Testarchitekt bei Qytera tätig.

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