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Testmanagement skalieren

Testmanagement Skalieren
Lesedauer: 3 Minuten

Testen ist weiterhin für Softwareentwicklungsprojekte erfolgsrelevant. Damit Tests zu erwarteten Ergebnissen führen, empfiehlt es sich, diese zu planen, zu verfolgen und zu steuern. Diese Aktivitäten werden z.B. nach ISTQB unter dem Begriff Testmanagement gebündelt und in der Rolle Testmanager verankert.

Segelschiff Testmanagement
Bild: Segelschiff Testmanagement (Klicken zum Vergrößern) [Quelle: Flickr]

Skalierung der Rolle Testmanager

Mit wachsender Größe von Anwendungen bzw. deren starker Vernetzung werden Planung, Verfolgung und Steuerung von Tests zu einer anspruchsvollen Aufgabe, die entsprechende Skills erforderlich macht. In großen Unternehmen betreffen übergreifende Vorhaben möglicherweise viele Einheiten, die temporär bezüglich des Tests nach einheitlichen Vorgaben koordiniert werden müssen. In solchen Kontexten wird die Notwendigkeit eines Testmanagers, also eines Spezialisten für das Planen, Verfolgen und Steuern von Testaktivitäten dringlicher.

Insbesondere, wenn regulatorische Anforderungen bestehen, werden Testprozesse in Unternehmen vereinheitlicht. In diesem Zusammenhang stellt sich dann die Frage, wie das Testmanagement kontextbezogen skaliert werden kann, d.h. ab welcher Größe eines Projekts oder Vorhabens die Rolle Testmanager sinnvollerweise dediziert zu besetzen ist.

Je nach Unternehmen und Projektgröße wird die Rolle Testmanager auch bei agilen Vorgehensweisen beibehalten. Die exklusive Zuordnung der Testmanagementaktivitäten zu einer Rolle ist aber nur eine Option.

Verschiedene Mitarbeiter in Scrum-Teams können diese Aufgaben alternativ übernehmen. Im klassischen Vorgehen sind z.B. auch Projektmanager in der Lage, die Aufgaben eines Testmanagers zu übernehmen.

Skalierbar sind außer der Rolle Testmanager aber auch Testprozesse und unterstützende Tools.

Skalierung von Testprozessen

Was die Prozesse anbetrifft, so könnte unternehmensweit statt einem Testhandbuch oder einer Teststrategie ein Testprozess-Framework eingesetzt werden, um kontextabhängige Anpassungsmöglichkeiten institutionell zu verankern.

Für große Projekte oder ganze Unternehmenseinheiten kann der Testprozess auf dieser Basis dann übergreifend weiter ausgestaltet werden. Zusätzliche Regelungen und Präzisierungen werden im Kontext vereinbart, regelmäßig angepasst und optimiert und gelten für eine größere Anzahl von Releases. Spezifische Details oder Abweichungen vom übergreifenden Prozess können für einzelne Releases z.B. in Form von Delta-Testkonzepten festgelegt werden.

Wenn der Testprozess risikoorientiert ausgerichtet ist, ist die Skalierung mit dem Fokus auf das Risiko vorzunehmen. Dies setzt allerdings ein höheres Maß an Steuerung voraus und muss entsprechend konsequent umgesetzt werden, damit die gewünschte Fokussierung auch erfolgreich sein kann.

Skalierung von Testmanagementtools

Ein Testmanagementtool, über das die Testprozesse im Unternehmen operativ zugänglich gemacht werden, sollte ebenfalls Skalierung zulassen, d.h. in großen und kleinen Projekten einsetzbar sein, möglichst auf einer einheitlichen Plattform.

Dabei sollten testbezogene Daten für verschiedene Testarten und Teststufen zusammengeführt werden, um bedarfsgerechte Auswertungen zu ermöglichen. Die einheitliche Ablage von Ergebnissen umfasst sowohl manuell wie automatisiert ausgeführte Tests.

Dabei sollte das Testmanagementtool auch mit relevanten Tools in angrenzenden Bereichen des Softwarelebenszyklus integriert sein. Im agilen Umfeld ist dabei oft eine Anbindung an ein Projektmanagementtool wie Jira sinnvoll, entweder in Form eines Add-Ins oder einer gut integrierten Schnittstelle. Mit einer solchen Integration können Anforderungen (z.B. Epics, User Stories) und Arbeitspakete für Entwickler mit Defects und Testausführungen in Zusammenhang gebracht und damit die Rückverfolgbarkeit (Traceability) sichergestellt werden.

Sind in einem Unternehmen DevOps-Prozesse etabliert, sollte der Testprozess als Teilprozess mit weiteren Verfahren integriert werden. So kann es sinnvoll sein, Build-/Deployment und Release-Prozesse mit dem Testprozess zu verschmelzen und ein einheitliches Vorgehen für die stark verwobenen Bereiche im Unternehmen zu etablieren. Dazu gehört dann auch die Bestimmung eines passenden Toolstacks, der neben dem Testmanagementtool z.B. Build-und Deploymenttools umfassen sollte.

Fazit

Mit Tests soll die Qualität von auszuliefernden Produkten sichergestellt werden. Um Testaktivitäten effizient und effektiv steuern zu können, sollten Planung und Steuerung der Testaktivitäten kontextbezogen skaliert werden. Rollenbesetzung, Vorgehensweisen und begleitende Toolunterstützung sind über den Testprozess hinausgehend entsprechend zu schneiden und bei Bedarf z.B. risikoorientiert auszurichten. Das setzt entsprechende Möglichkeiten im Testprozess und bei den eingesetzten Tools voraus.

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07. September 2021

Über den Autor

Bild des Benutzers Markus Thaler
Senior Testmanager, Testarchitekt
Markus Thaler war 22 Jahre in der Commerzbank tätig, wo er sich mehr als 10 Jahre um Teststandards, Testwerkzeuge und Testautomatisierung in einer zentralen Funktion gekümmert hat, bevor er nach einer Zwischenstation im Testinfrastrukturmanagement acht Jahre als Testmanager in der Risikofunktion der Commerzbank gewirkt hat. Vor der Commerzbank konnte er Testerfahrungen bei Lufthansa, Siemens, Nestle und der DZ-Bank gewinnen. Aktuell ist er als Senior Testmanager und Testarchitekt bei Qytera tätig.

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