6 goldene Regeln für das Testmanagement im Softwaretest

Es gibt viele Regeln, die Sie als erfolgreiche Testmanagerin, erfolgreicher Testmanager beachten sollten. Die aus unserer Sicht wichtigsten stellen wir Ihnen hier vor.

1 Wie werden Sie messen? Über Metriken und Reporting

Warum führen Sie Messungen durch? Um bewerten zu können, was gut funktioniert oder wo Sie Anpassungen am Prozess machen müssen, und ob bzw. wie gefundene Risiken überdeckt sind. Risiken wie die Befürchtung, dass die Zeit nicht für alle Tests ausreicht oder dass Fehler nicht von Ihnen, sondern von den Kunden entdeckt werden. Sie sehen, was Sie intensiver oder weniger intensiv testen müssen, ob Sie vielleicht ein Quality Gate erreicht haben, selbstverständlich auch, wie hoch die (Produkt-) Qualität ist. 

Zum Beispiel erkennen Sie dies an der Fehlerdichte (z.B. Anzahl der Fehler pro 1000 Zeilen Programmcode).

Nicht zu vergessen: Sie geben diese Daten auch an Dritte weiter: das Projektmanagement, die Geschäftsleitung und sonstige Stakeholder.

2 Legen Sie Ihre Teststrategie, Testziele und Methoden fest

Wie testen Sie und warum? Was möchten Sie mit den Tests erreichen?

Vielleicht gibt es in Ihrer Organisation bereits ein Testhandbuch, auf dem Sie Ihre Strategie und Ihr Testkonzept aufbauen kann. Auf jeden Fall benötigen Sie definierte Grundlagen für Ihren Testprozess. Diese können je nach Team- und Unternehmensgröße variieren, ein großes Unternehmen aus der Softwareentwicklung hat oftmals eine definierte Qualitätspolitik und Testrichtlinie. Auf dieser basiert dann die Teststrategie als Dokument, darauf dann das (Master-) Testkonzept

Andererseits ist die Teststrategie auch die Methode: zum Beispiel bedeutet "risikoorientiert", dass Sie in erster Linie die gefundenen Risiken minimieren möchten und mit diesem Ziel die Testfälle auswählen bzw. priorisieren, die hierfür den größten Nutzen bringen. 

Testziele sind die Ziele, die Sie mit dem Testen erreichen möchten: beispielsweise möchten Sie belegen, dass neue Funktionalitäten die geforderten Eigenschaften besitzen, Anforderungen erfüllen.

3 Bestimmen Sie die Dokumenten und Vorlagen, die genutzt werden

Haben Sie in Ihrer Organisation bereits Dokumente und Vorlagen, die für das Testen (zum Beispiel für Testfälle oder Abweichungen) und Testmanagement genutzt werden? 

Wenn Sie keine vorliegen haben, sollten Sie diese erstellen. Prüfen Sie, welche Informationen Sie benötigen - zur Information, um Qualität zu messen usw. - unter Anderem genau die Werte, die Sie für die Metriken nutzen möchten.

4 Entscheiden Sie Ihren Ressourcenbedarf

Wissen Sie, wann Sie mit dem Testen beginnen, wieviel Zeit Sie haben - ob diese Zeit reicht? Haben Sie genügend PCs und Peripherie? Wie sieht es aus mit Lizenzen, z.B. für die Fehlermanagement-Software? 

Und vor allem: haben Sie für die Testaktivitäten genügend qualifiziertes Personal? Werden Schulungen benötigt?

All diese Fragen sollten Sie frühzeitig beantworten können, damit können Sie diese Ressourcen bei Bedarf anfordern, ansonsten haben Sie keine Zeit, steuernd einzugreifen. 

5 Wer hat wann Zeit? Denken Sie an Ihre Zeitplanung

Sie sollten so planen, dass Artefakte getestet werden können, wenn sie fertig sind. Das Testteam ist somit bereit, wenn Software planmäßig geliefert wird. Sie haben auch Ziele, die Sie erfüllen müssen, zum Beispiel einen Releasetermin. Und an dem sollten Sie sich orientieren. Von Ihnen wird erwartet, dass Sie zu den entsprechenden Meilensteinen liefern können. Notfalls müssen Sie flexibel sein, aber für Ihre Argumentation hilft eine verlässliche Zeitplanung auf jeden Fall. 

6 Planen Sie, wann Sie integriert testen, wann End-2-End-Test sein kann usw.

Wir bleiben bei der zeitlichen Planung. Auch der Ablauf der einzelnen Teststufen muss getestet werden: wann können Sie integrieren? Wann müssen Sie fertig sein? Wann möchte die Geschäftsleitung etwas sehen oder Testergebnisse von Ihnen haben? 

Sie erhalten von einer Stelle Artefakte zum Testen und eine andere möchte Ihre Ergebnisse sehen, daran denken Sie und planen dementsprechend.

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